Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen: Was Eigentümer wissen müssen
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Ein Pilz am Stammfuß sieht harmlos aus. Er ist es meistens nicht. Was Sie oberflächlich sehen, ist der Fruchtkörper, und der erscheint erst, wenn das Pilzgeflecht im Holz bereits seit Jahren arbeitet. Deshalb lohnt es, hinzusehen.
Holzzersetzende Pilze bauen genau das Material ab, das den Baum stabil hält. Je nach Art wird die Zellulose zersetzt, das Lignin oder beides. Das Ergebnis ist dasselbe: Die Tragfähigkeit sinkt, während der Baum von außen noch vollkommen gesund aussehen kann.
Ein voll belaubter Baum mit dichter Krone kann innen weitgehend hohl sein. Deshalb ist der Fruchtkörper am Stammfuß ein Grund, genauer hinzuschauen, auch wenn der Baum sonst keine Auffälligkeiten zeigt.
Unter den holzzersetzenden Pilzen gilt der Brandkrustenpilz als einer der problematischsten, weil er schwer zu erkennen ist und den Baum von innen aushöhlt.
Woran Sie ihn erkennen: Im Sommer bildet er zunächst einen grauen bis rötlich-braunen, flachen Belag. Später wird daraus eine schwarze, krustige Schicht, die aussieht wie verbrannt oder wie angetrockneter Teer. Sie sitzt meist am Stammfuß, an freiliegenden Wurzelanläufen oder an Stammverletzungen.
Warum er gefährlich ist: Er zersetzt bevorzugt den Wurzel- und Stammfußbereich, also genau die Zone, die den Baum verankert. Betroffene Bäume können ohne vorherige Warnzeichen umkippen, weil sie ihre Standfestigkeit verlieren, während die Krone noch vital wirkt. Häufig betroffen sind Buchen und Linden.
Wenn Sie eine solche schwarze Krustenschicht an einem großen Baum finden, unter dem sich Menschen aufhalten, sollten Sie den Baum fachlich beurteilen lassen.
Erscheint meist im Herbst in Büscheln honiggelber Hüte am Stammfuß. Unter der Rinde finden sich weiße, fächerartige Beläge und schwarze, schnurartige Stränge. Er befällt vor allem geschwächte Bäume.
Der klassische hufförmige Konsolenpilz, grau bis graubraun, meist am Stamm von Birken und Buchen. Er zersetzt das Holz und ist ein deutliches Zeichen für einen fortgeschrittenen Prozess.
Große, fächerförmige Fruchtkörper am Stammfuß, oft in Rosetten. Er baut das Wurzelholz ab und beeinträchtigt die Standsicherheit.
Fruchtkörper mit auffällig glänzender, wie lackiert wirkender Oberseite. Auch dieser Pilz betrifft den standsicherheitsrelevanten Bereich.
Pilze sind nur ein Anzeichen unter mehreren. Achten Sie zusätzlich auf:
Nicht tun: Den Fruchtkörper abschlagen. Das ändert am Pilzgeflecht im Holz nichts, nimmt Ihnen aber das sichtbare Zeichen und erschwert die Beurteilung. Der Pilz ist bereits im Baum, lange bevor Sie ihn sehen.
Tun: Fotografieren Sie den Fruchtkörper und die Stelle, an der er sitzt. Notieren Sie das Datum. Lassen Sie den Baum beurteilen, besonders wenn darunter ein Weg, eine Straße, ein Stellplatz oder ein Aufenthaltsbereich liegt.
Nicht jeder Pilzbefund bedeutet, dass der Baum gefällt werden muss. Manche Arten arbeiten langsam, und je nach Lage und Restwandstärke kann ein Baum noch lange stehen bleiben, gegebenenfalls mit einem entlastenden Rückschnitt oder einer Kronensicherung. Diese Entscheidung braucht eine fachliche Grundlage.
Nein. Entscheidend sind die Pilzart, wie weit die Zersetzung fortgeschritten ist, wie dick die verbleibende Restwand ist und was unter dem Baum liegt. Ein Baum mitten auf einer Wiese wird anders bewertet als derselbe Baum über einem Kinderspielplatz.
Es gibt kein Mittel, das einen holzzersetzenden Pilz aus einem Baum entfernt. Was hilft, ist die Vitalität des Baums zu stützen und Verletzungen zu vermeiden, über die weitere Erreger eindringen.
Über Wunden. Anfahrschäden am Stamm, abgerissene Äste, Verletzungen der Wurzeln bei Bauarbeiten oder unsauber ausgeführte Schnitte sind die typischen Eintrittspforten. Das ist auch der Grund, warum fachgerechter Schnitt und Wurzelschutz bei Bauarbeiten so wichtig sind.
Sprechen Sie ihn an und weisen Sie auf den Befund hin, am besten schriftlich mit Foto. Als Eigentümer trägt er die Verantwortung für den Baum.
Schicken Sie uns ein Foto vom Fruchtkörper und vom gesamten Baum. Wir sagen Ihnen, ob eine genauere Untersuchung angezeigt ist.
Zwei Fotos und Ihre Postleitzahl genügen. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, kostenlos.
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