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Kronensicherung

Kronensicherung: bruchgefährdete Bäume erhalten

Ein Riss in der Astgabel bedeutet nicht automatisch, dass der Baum weg muss. Oft lässt sich die Krone sichern, sodass der Baum stehen bleiben kann. Wir bauen Kronensicherungen in Bäume ein, deren Statik geschwächt ist.

Baum beurteilen lassen
Weit ausladende Krone eines alten Laubbaums mit kräftigen Astgabeln

Wann ein Baum eine Sicherung braucht

Der häufigste Fall ist der Zwiesel. Zwei etwa gleich starke Stämmlinge wachsen aus einer Gabel heraus. Wenn zwischen ihnen eingewachsene Rinde sitzt, verbinden sie sich nicht richtig, und die Gabel wird zur Sollbruchstelle. Bei Sturm oder Schneelast reißt so ein Zwiesel auf, und der halbe Baum liegt am Boden.

Andere Anlässe:

  • Ein Ast ist eingerissen, aber noch grün und versorgt
  • Ein schwerer Seitenast steht sehr flach ab und ist weit ausgeladen
  • Nach einer starken Kronenauslichtung fehlt der Kronenverbund
  • Eine Faulstelle im Stamm mindert die Tragfähigkeit, ohne dass der Baum abgängig wäre

Ob eine Sicherung ausreicht oder ob der Baum zurückgeschnitten oder gefällt werden muss, entscheidet sich am Baum. Wir schauen ihn uns an, bevor wir etwas empfehlen.

Statisch oder dynamisch

Beide Bauarten haben ihren Zweck.

Dynamische Sicherung

Ein Gurtband, das mit etwas Spiel zwischen zwei Kronenteilen sitzt. Im Normalbetrieb trägt sie nichts. Sie greift erst, wenn die Krone stark ausschwingt. Der Baum bewegt sich weiter, spürt die Belastung und kann an der schwachen Stelle Holz nachbilden. Das ist der Regelfall bei Bäumen, die noch vital sind.

Statische Sicherung

Starr und sofort tragend. Sie kommt zum Einsatz, wenn ein Teil bereits eingerissen ist und keine Bewegung mehr verträgt. Der Baum kann sich dann nicht mehr anpassen, dafür hält die Verbindung sicher.

Blick am Stamm entlang in die Krone, wo die Sicherung eingebaut wird

So läuft der Einbau

Zuerst schauen wir uns die Krone von innen an. Erst im Baum sieht man, wo genau der Riss verläuft und welche Kronenteile zusammenhängen. Danach legen wir fest, auf welcher Höhe die Sicherung sitzt. Als grober Anhaltspunkt gilt: möglichst weit oben, damit der Hebel klein bleibt, aber noch in tragfähigem Holz.

Der Einbau selbst erfolgt kletternd. Das Gurtband wird um die Stämmlinge gelegt, ohne dass etwas in den Baum geschraubt oder genagelt wird. Moderne Systeme kommen ohne Bohrung aus, das heißt es entsteht keine neue Wunde.

Zum Schluss dokumentieren wir, was eingebaut wurde und wann.

Kontrolle und Jahreskennung

Eine Kronensicherung ist keine einmalige Sache. Die Bänder altern durch UV-Strahlung, und der Baum wächst weiter, wodurch sich die Spannung verändert. Deshalb bekommt jede Sicherung eine Jahreskennung, an der ablesbar ist, wann sie eingebaut wurde.

Die Systeme sind für eine begrenzte Standzeit ausgelegt und sollten regelmäßig kontrolliert werden. Wie oft und wie lange, hängt vom Hersteller und vom Einsatzfall ab. Wir sagen Ihnen beim Einbau, welches Intervall für Ihren Baum gilt, und erinnern Sie daran, wenn die Kontrolle ansteht.

Für Hausverwaltungen, Kommunen und Betriebe mit größerem Baumbestand übernehmen wir die Kontrolle im Rahmen einer regelmäßigen Baumschau.

Was eine Kronensicherung kostet

Das richtet sich nach dem Aufwand im Baum, nicht nach dem Materialpreis. Diese Punkte spielen hinein:

  • Wie hoch die Sicherung sitzt
  • Wie viele Sicherungsebenen nötig sind
  • Welches System eingesetzt wird, statisch oder dynamisch
  • Ob gleichzeitig ein Entlastungsschnitt sinnvoll ist

In vielen Fällen ist eine Kronensicherung deutlich günstiger als eine Fällung mit anschließender Neupflanzung. Und Sie behalten einen gewachsenen Baum, der sich nicht ersetzen lässt.

Baum ansehen lassen

Häufige Fragen zur Kronensicherung

Eine Verbindung zwischen zwei oder mehr Kronenteilen, meist aus einem breiten Gurtband. Sie fängt einen Teil der Kräfte ab, die bei Wind auf eine geschwächte Astgabel wirken, und verhindert so, dass die Krone aufreißt.

Die Systeme sind für eine begrenzte Standzeit ausgelegt und müssen danach ersetzt werden. Deshalb trägt jede Sicherung eine Jahreskennung. Wie lange Ihre konkret hält, richtet sich nach dem eingebauten System, und wir sagen es Ihnen beim Einbau.

Der Einbau gehört in die Hände eines Fachbetriebs. Es geht darum, die Kräfte im Baum richtig einzuschätzen, den passenden Ansatzpunkt zu wählen und in großer Höhe gesichert zu arbeiten. Eine falsch gesetzte Sicherung wiegt in trügerischer Sicherheit und kann den Baum zusätzlich schädigen.

Nein, wenn sie richtig sitzt. Moderne Systeme werden um den Stamm gelegt und nicht hineingeschraubt, es entsteht also keine Wunde. Wichtig ist, dass die Sicherung mitwächst und nicht einschnürt. Genau darum gibt es die Kontrollintervalle.

Oft ist die Kombination sinnvoll. Ein Entlastungsschnitt nimmt Gewicht und Windangriffsfläche aus dem gefährdeten Kronenteil, die Sicherung fängt den Rest ab. Was Ihr Baum braucht, sehen wir vor Ort.

Baum begutachten lassen

Wenn Sie einen Riss in einer Astgabel entdeckt haben oder unsicher sind, ob ein Baum noch standsicher ist, schauen wir ihn uns an.

Kostenlos und unverbindlich.

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